Der Tanganjikasee

ist ein Grabenbruchsee und mit einer Tiefe von 1447 Meter der tiefste und mit 34000 km² der zweitgrößte See Afrikas. Seine Länge wird mit ca. 675km und die Breite mit ca. 75km angegeben.
Die Küste wird von vier Staaten gebildet; im Norden Burundi   ,  im Osten Tansania   ,  im Süden Sambia     und im Westen durch die Demokratischen Republick Kongo   . Steilabfallende Felsformationen, Steingeröll in unterschiedlichen Größen, Sand und Schilfbänke bestimmen weitgehend die Uferlandschaft. Dadurch wurden unzählige Lebensräume für die im See lebenden Tierarten geschaffen.

Kein Wunder also, dass wir unter den Tanganjikacichliden viele Spezies in Punkto Ernährung und Fortpflanzung haben. Gerade das macht die Pflege und Zucht dieser Cichliden so interessant. Das Wasser ist mit 24 bis 28°C relativ warm und angenehm zum Tauchen. Die Karbonathärte ist mit ca. 18° größer als die Gesamthärte mit ca. 10°, der pH-Wert schwankt zwischen 8 bis 9,5°.

Bei der Ernährung unterscheiden wir nach folgenden Kriterien: den Schneckenfressern (Neolamprologus tretocephalus), den Schuppenfressern (Perissodus microlepis), den Planktonfressern (Cyprichromis leptosoma), den Fischfressern (Cyphotilapia frontosa), den Eierfressern (Telmatochromis brichardi), den Algen- oder Pflanzenfressern (Tropheus moorii und Simnochromis diagramma), bis hin zu den Schlamm- oder Detriusfressern (Triglachromis otostigma).

Bei der Fortpflanzung wird es schon etwas schwieriger und diese ist so einzigartig vielseitig. Wir unterscheiden die Substratbrüter, unter diesen wiederum die Offenbrüter (z.B.Boulengerochromis microlepis) und die Höhlenbrüter (z.B.Neolamprologus brichardi).

Nun kommen wir zur großen Gruppe der Maulbrüter; diese unterscheiden wir bei den Heringscichliden zwischen substratlaichend (z.B.Paracyprichromis nigripinnis) und freilaichend (z.B.Cyprichromis leptosoma). Bei den Sandcichliden danach, ob ein Partner allein die Maulbrutpflege übernimmt (z.B.Enantiopus melanogenys), oder beide Partner sich dabei abwechseln (z.B.Xenotilapia papilio).

Diese unterschiedlichen Verhaltens - und Fortpflanzungsschema bei den Tanganjikacichliden sind doch für Jeden von uns eine Herausforderung, weiter mit viel Fleiß und Mühe die Geheimnisse des Tanganjikasee bei der Pflege und Zucht dieser herrlichen Tiere zu lüften. Denn so manch harte Nuss gibt es noch zu knacken, denke dabei nur an die Zucht von Benthochromis tricoti, welche uns heute noch viele Fragen unbeantwortet lässt.
       

© harald kahden                  www.tanganjika-dreams.de